Zeckenschutz beim Tierarzt

Zeckenschutz beim Tierarzt: Wirksame Vorsorge für Hund, Katze & Co.

Zecken sind längst kein reines Frühlingsthema mehr: Die kleinen Blutsauger sind inzwischen nahezu ganzjährig aktiv und können beim Stechen gefährliche Krankheiten übertragen – auf Menschen wie auf Tiere. Besonders Hunde und Katzen, die viel draussen unterwegs sind, fangen sich auf Spaziergängen und Streifzügen schnell eine Zecke ein.

Wie gut ein Tier geschützt ist, hängt entscheidend vom passenden Mittel ab, und das fällt je nach Tierart, Alter, Gewicht und Lebensweise unterschiedlich aus. In diesem Artikel geben wir einen Überblick, welche Zeckenmittel es gibt, worauf es bei der Auswahl ankommt und welche Rolle ein Zeckenschutz vom Tierarzt dabei spielt.

Sie möchten lieber gleich persönlich beraten werden? Als Ihr Tierarzt in Seuzach bei Winterthur sind wir für Sie und Ihr Tier da.

Warum Schutz vor Zecken heute wichtiger ist denn je

Noch vor einigen Jahren galt: Schützen Sie Ihren Hund vor allem auf Reisen in den Süden mit hochwirksamen Mitteln. Dieses Bild verändert sich. Durch mildere Winter breiten sich zusätzliche Zeckenarten und die von ihnen übertragenen Vektorkrankheiten zunehmend auch bei uns in der Schweiz aus und rücken damit immer näher an uns heran.

Wie aktuell das Thema ist, zeigen die Zahlen: Laut Suva (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) kommt es in der Schweiz pro Jahr zu rund 14'000 Zeckenstichen beim Menschen – Tendenz steigend. Mildere Winter und höhere Temperaturen verlängern die aktive Zeit der Zecken. Unabhängig davon weitet sich auch ihr Lebensraum immer weiter aus: Gemäss der Aufklärungskampagne «zecken-stich.ch» kommen die Parasiten inzwischen sogar in Höhenlagen von bis zu 2'000 Metern vor. Was für den Menschen gilt, betrifft auch unsere Haustiere, die dieselben Wälder, Wiesen und Gärten nutzen. Zu den wichtigsten von Zecken übertragenen Krankheiten zählen:

  • Borreliose: kann u. a. zu Fieber, Mattigkeit und Gelenkentzündungen führen.
  • Anaplasmose: geht häufig mit Fieber und einer verringerten Zahl an Blutplättchen einher.
  • Babesiose: die „Hundemalaria" zerstört rote Blutkörperchen und kann lebensbedrohlich verlaufen.
  • Ehrlichiose: ursprünglich eine Reisekrankheit, die zunehmend auch nördlicher auftritt.
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): betrifft vor allem den Menschen; bei unseren Haustieren ist eine Erkrankung selten, zeigt aber, wie wichtig Zeckenschutz im ganzen Haushalt ist.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) tragen je nach Region schätzungsweise 5 bis 30 % der Zecken Borreliose-Erreger in sich; als FSME-Risikogebiet gilt gemäss der aktuellen BAG-Richtlinien inzwischen die gesamte Schweiz mit Ausnahme des Tessins. Ein konsequenter Zeckenschutz vom Tierarzt ist deshalb keine reine Reisevorsorge mehr, sondern gehört zur ganzjährigen Gesundheitsvorsorge Ihres Tieres.

Die häufigsten Zeckenarten in der Schweiz

Nicht jede Zecke überträgt dieselben Krankheiten. In der Schweiz sind vor allem diese Arten relevant:

  • Gemeiner Holzbock(Ixodes ricinus): die mit Abstand häufigste Art; überträgt vor allem Borreliose und FSME.
  • Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus): breitet sich zunehmend aus und kann Babesiose übertragen.
  • Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus): ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, kann sich sogar in Wohnungen vermehren; überträgt u. a. Ehrlichiose, Anaplasmose und Babesiose.
  • Hyalomma-Zecke: eine grosse, tropische Zecke, die bisher nur selten in der Schweiz auftaucht.

Repellent oder nicht-repellent? Die zwei Wirkprinzipien

Beim Zeckenschutz unterscheidet man grundsätzlich zwei Wirkweisen:
Repellent wirkende Mittel halten Zecken bereits auf Abstand: Sie sollen verhindern, dass die Zecke überhaupt sticht und Blut saugt. Das ist besonders wertvoll, weil viele Krankheitserreger erst während des Saugakts übertragen werden. Wird der Stich verhindert, sinkt auch das Übertragungsrisiko.
Nicht-repellent wirkende Mittel lassen die Zecke zwar stechen, töten sie aber kurz darauf ab. Sie wirken zuverlässig gegen die Zecke selbst, schliessen ein kurzes Übertragungsfenster für bestimmte Erreger aber nicht vollständig aus.

Welche Zeckenmittel gibt es?

Zum Schutz vor Zecken gibt es verschiedene Darreichungsformen: von Spot-on-Präparaten über Tabletten und Zeckenhalsbänder für Hunde bis zur Injektion. Sie unterscheiden sich vor allem in Anwendung, Wirkprinzip und -dauer. Die gängigen Präparate im Überblick:

Darreichungsform Anwendung Wirkprinzip Wirkdauer Vorteile
Spot-on-Präparat im Nacken auf die Haut geträufelt; erste Tage nicht baden, nicht auf verletzte Haut, Tier nicht ablecken lassen je nach Wirkstoff meist ca. 4 Wochen Schnell wirksam (Wirkung in 1–2 Tagen), grosse Auswahl
Tabletten werden gefüttert; regelmässige, lückenlose Gabe wichtig nicht-repellent je nach Präparat ca. 1–3 Monate Einfache Gabe, wasserfest, nichts im Fell; grosse Auswahl an Zeckenmitteln für Hund & Katze
Zeckenhalsband geben den Wirkstoff über Haut und Fell ab; muss richtig sitzen & dauerhaft getragen werden häufig repellent mehrere Monate (bis ca. 8) Langer Schutz, wenig Aufwand; gut für schwer zu tablettierende Tiere
Injektion wird in der Tierarztpraxis gespritzt; nur über den Tierarzt erhältlich nicht-repellent bis zu 1 Jahr Kein Nachdosieren, sehr zuverlässig

Frei verkäufliche Präparate vs. Zeckenmittel vom Tierarzt

Viele Zeckenmittel sind frei verkäuflich. Die wirksamsten Tabletten aus der Gruppe der Isoxazoline sowie die Injektion sind dagegen verschreibungspflichtig und nur über den Tierarzt erhältlich. Ein Zeckenmittel vom Tierarzt hat zudem klare Vorteile: Wir stimmen Wirkstoff, Dosierung und Darreichungsform genau auf Ihr Tier ab, berücksichtigen Alter, Gewicht und Vorerkrankungen und klären mögliche Wechselwirkungen. So lassen sich eine Über- oder Unterdosierung und gerade bei Katzen gefährliche Wirkstoffverwechslungen vermeiden.

Die richtige Wahl für jede Tierart

Zeckenschutz für Hunde vom Tierarzt – wie die Rasse mitentscheidet

Hunde sind durch ausgedehnte Spaziergänge in Wald, Wiese und hohem Gras besonders exponiert und fangen sich entsprechend leicht Zecken ein. Der Zeckenschutz für Hunde sollte daher zum Aktivitätsniveau passen: Beim Tierarzt steht die ganze Bandbreite zur Verfügung: von Tabletten gegen Zecken bis zum Halsband.

Wichtig ist dabei auch die Rasse: Hütehunde wie Collies, Australian Shepherds oder Shelties reagieren empfindlicher auf bestimmte Wirkstoffe; Hunde mit Epilepsie sollten manche Zeckenmittel nur nach tierärztlicher Abwägung bekommen. Wir wählen das Präparat passend zu Rasse, Gewicht und Gesundheit aus und beraten Sie zum richtigen Schutzrhythmus.

Zeckenmittel für Katzen – wie der Tierarzt vor lebensgefährlichen Präparaten schützt

Bei Katzen ist besondere Vorsicht geboten: Manche Wirkstoffe, die bei Hunden eingesetzt werden, sind für Katzen hochgiftig und können lebensbedrohlich sein. Greifen  Sie bei Ihrer Katze deshalb niemals zu einem Hundepräparat.

Ein Zeckenmittel für Katzen vom Tierarzt ist gezielt auf die Verträglichkeit von Katzen abgestimmt. Wir wählen gemeinsam mit Ihnen ein ausdrücklich für Katzen zugelassenes Präparat aus und erklären Ihnen die sichere Anwendung. Vor allem Freigängerkatzen profitieren von einem regelmässigen Schutz, da sie beim Streifen durch Gärten und Wiesen ebenfalls Parasiten aufsammeln.

Zeckenstich entdeckt? So gehen Sie vor

Trotz gutem Schutz kann es vorkommen, dass eine Zecke sticht. Viele Krankheitserreger werden nicht sofort, sondern erst Stunden nach dem Stich übertragen, häufig erst nach rund 24 bis 36 Stunden. Deshalb lohnt es sich, Ihr Tier nach jedem Ausflug und in der Zeckensaison am besten täglich gründlich abzusuchen und Zecken so früh wie möglich zu entfernen. 

Nehmen Sie dazu am besten eine Zeckenzange oder -karte, fassen Sie die Zecke hautnah und ziehen Sie sie gleichmässig heraus, ohne den Körper zu quetschen. Achten Sie darauf, dass kein Teil der Zecke – vor allem der Kopf – in der Haut zurückbleibt, um Entzündungen zu vermeiden.

Beobachten Sie die Einstichstelle anschliessend: Treten Rötungen, Schwellungen, Fieber, Mattigkeit oder Lahmheiten auf, sollten Sie Ihr Tier dem Tierarzt vorstellen. Je früher eine mögliche Infektion erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.

Wundermittel Bernstein, Kokosöl & Co.? Was wirklich hilft

Hausmittel wie Bernsteinketten, Kokosöl oder bestimmte ätherische Öle sind beliebt, für ihre Wirksamkeit gegen Zecken gibt es jedoch keine wissenschaftliche Evidenz.

Das früher gern gehörte Motto „Nützt's nichts, so schadet's nichts" greift zu kurz: Wer sich allein darauf verlässt, lässt sein Tier in Wahrheit ungeschützt – angesichts der näher rückenden Vektorkrankheiten ein unnötiges Risiko. Setzen Sie deshalb auf nachweislich wirksamen Zeckenschutz vom Tierarzt und lassen Sie sich fachlich beraten.

Individuelle Beratung beim Tierarzt: Gemeinsam den passenden Zeckenschutz finden

Ob Zeckenschutz für Hund, Katze, Pferd oder Kaninchen – die richtige Prävention ist immer individuell und selbstverständlich Teil unserer Tierarzt-Leistungen. Als Ihre Praxis für das Tier aus Seuzach nehmen wir uns Zeit, gemeinsam mit Ihnen das passende Mittel zu finden und Sie zu Anwendung und Timing zu beraten.

Vereinbaren Sie jetzt einen Termin. Wir freuen uns, Sie und Ihr Tier kennenzulernen!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab wann braucht mein Tier Zeckenschutz?

Die Zeckensaison reicht in der Schweiz etwa von März bis November, mit einem Höhepunkt zwischen Mai und Juli; bei milden Temperaturen sind Zecken aber praktisch ganzjährig aktiv. Ein saisonübergreifender Schutz ist deshalb sinnvoll. Ganz gleich, ob Sie ein vierwöchiges Spot-on wählen oder sich beim Tierarzt für Zecken-Tabletten entscheiden, die Ihren Hund 3 Monate lang schützen: Wichtig ist, den Schutz nach Ablauf nicht einfach abzusetzen, sondern lückenlos zu erneuern. Den optimalen Zeitpunkt und Rhythmus besprechen wir individuell mit Ihnen.

Was empfehlen Sie als Tierarzt zur Zeckenprophylaxe?

Tierärztinnen und Tierärzte empfehlen in der Regel einen lückenlosen, möglichst ganzjährigen Schutz mit einem geprüften Zeckenmittel. Ergänzend gilt: das Tier nach jedem Ausflug absuchen und Zecken rasch entfernen. Welche Lösung für Ihr Tier am sinnvollsten ist, besprechen wir individuell in der Praxis.

Brauchen auch reine Wohnungskatzen einen Zeckenschutz?

Eine Katze, die die Wohnung nie verlässt und keinen Zugang zu einem Garten hat, braucht in der Regel keinen eigenen Zeckenschutz vom Tierarzt. Es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme: Leben im selben Haushalt Hunde oder Freigängerkatzen, können diese Zecken von draussen mit ins Haus bringen. Fällt eine noch nicht vollgesogene Zecke unbemerkt ab, kann sie sich in der Wohnung einen neuen Wirt suchen, zum Beispiel die Wohnungskatze. In solchen Mehr-Tier-Haushalten kann es deshalb ratsam sein, den Tierarzt zu fragen, ob auch für den reinen Stubentiger eine Prophylaxe sinnvoll ist.

Schützt eine Impfung mein Tier vor Zeckenkrankheiten?

Eine Impfung ersetzt den Zeckenschutz nicht, sondern kann ihn allenfalls ergänzen, denn gegen die meisten von Zecken übertragenen Krankheiten gibt es für Tiere gar keine Impfung. Für Hunde existiert lediglich eine Impfung gegen Borreliose, deren Nutzen unter Fachleuten aber unterschiedlich beurteilt wird; gegen FSME, Anaplasmose oder Babesiose gibt es für Hund und Katze keinen Impfschutz. Am wichtigsten bleibt deshalb, Zeckenstiche von vornherein zu verhindern. Ob eine Borreliose-Impfung für Ihren Hund infrage kommt, klären wir gern individuell mit Ihnen.

Was kostet der Zeckenschutz beim Tierarzt?

Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab: von Tierart und Gewicht über die gewählte Darreichungsform bis zur Schutzdauer. Als grobe Orientierung: Eine Zeckentablette kostet rund CHF 20–40 pro Monatsdosis, ein Spot-on etwa CHF 15–35 pro Anwendung, ein Zeckenhalsband ca. CHF 30–70 für mehrere Monate und eine jährliche Injektion rund CHF 50–100. Hinzu kommt in der Regel eine kurze Beratung, in der wir das passende Mittel auswählen. Gern nennen wir Ihnen vorab einen konkreten Preis für Ihr Tier. Sprechen Sie uns einfach an.